
Mein Name ist Marušánek und ich wurde von einer Katze gefangen – Es regnet wieder (5.)
Ich habe so ein Pech! Es regnet schon wieder.
Ich habe mich so darauf gefreut, und jetzt sieht es so aus, als würde ich den ganzen Vormittag wieder zu Hause in meiner Box verbringen müssen.
Alle menschlichen Familienmitglieder sind zur Arbeit gegangen, und wir Tiere sind allein zu Hause. Das ist zwar nicht unangenehm, aber es ist einfach nicht dasselbe.
Draußen weht eine warme Brise, die mein Gefieder angenehm trocknet, Vögel singen, Insekten summen und ab und zu fällt mir sogar etwas Leckeres in Form einer Fliege oder eines herumfliegenden Samens in meinen privaten Pool.
Die Steine sind warm und ich kann darauf mein nasses Gefieder nach dem Bad aufwärmen. Am besten ist es jedoch, wenn ich mich in den Händen von jemandem trocknen kann. Mit meinem Schnabel sammle ich nach und nach die Wassertropfen, die an meinem Bauch hängen geblieben sind, und spritze sie dann in alle Richtungen. Das macht Spaß, weil ich dabei immer jemanden nass spritze.
Das Trocknen der Federn ist eine sehr langwierige und wichtige Tätigkeit. Ich muss jeden Tropfen mit meinem Schnabel aufnehmen und ihn durch Kopfschütteln so weit wie möglich verspritzen, damit ich nicht wieder nass werde. Ich mache alles sehr sorgfältig, zum einen, damit ich schön bin, und zum anderen, damit mir nicht der Bauch kalt wird. Wenn ich groß bin, werde ich Erwachsenenfedern haben, die besser zum Baden geeignet sind und das Wasser besser abperlen lässt.
Im Moment ist mein Körper noch mit weichen Babyfedern bedeckt. Eigentlich sehen sie eher wie Fell aus als wie Federn. Aber das macht mir nichts aus.
Am Abend wurde es etwas kühl. Ich habe mich satt gegessen und mich so tief wie möglich in mein Bettchen gekuschelt. Meine Augen fingen an zuzufallen, also hat Hanka mich in die Kiste gelegt. Heute habe ich überhaupt nicht protestiert. Ich habe mich mit dem Rücken zur Wärme der Lampe gelegt und bin kurz darauf eingeschlafen.

